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open windows 2.0
MusikTheaterInstallation
für vier Schauspieler, einen Sänger,
Saxophon und Klanginstallation (1998)
(in Co-Autorenschaft mit Susanne Stelzenbach)

UA am 02.07.1998 im Staatsschauspiel Dresden / ca. 70 min

Cornelia Kaupert, Schauspielerin
Hannelore Koch, Schauspielerin
Daniel Minetti, Schauspieler
Wolfgang Sörgel, Schauspieler
René Rothe, Countertenor
Bertram Quosdorf, Saxophon



FRAGEN UND ANTWORTEN
(aus einem Gespräch der Dramaturgin Heike Müller-Merten mit den Autoren)

Sie haben open windows 2.0 für Schauspieler, einen Sänger und Musiker geschrieben. Wie kam es zu diesem genreübergreifenden Projekt?

S.St.: Wir arbeiten schon seit längerer Zeit auf dem Gebiet des Musiktheaters jenseits der Oper, auch mit Elementen des Schauspiels, des Hörspiels, der elektronischen Musik, insofern ist open windows 2.0 eine gewisse Fortsetzung und Erweiterung der bisherigen Arbeit. Neu ist hier aber die Entwicklung einer Klanginstallation als Hör- und Bühnenraum für Worte, Sätze, musikalische Strukturen, Gesten.

In Ihrem Arbeitsmaterial sind nicht nur die Noten und Klangbilder, sondern auch die Texte sehr genau festgeschrieben. Jeder Schrei, jede Alltagsphase ist aus der Zufälligkeit herausgehoben und eingetaktet. Wie verträgt sich das mit den Prinzipien des vitalen Theaters?

R.H.: Wir hoffen gut, allerdings kommt es darauf an, was man unter vitalem Theater versteht. In unserem Stück ist weniger die exzessive körperliche Aktion gefragt, dafür um so mehr die Flexibilität und der Nuancenreichtum der Schauspieler-Stimme, wenn zum Beispiel die einzelnen, isolierten Sätze aus dem Nichts kommend für kurze Zeit und nur über den sprachlichen Ausdruck eine ganze Geschichte plastisch assoziieren sollen. Unsere Partitur begreifen wir als Arbeitsgrundlage. Wir wollen die Sprache als Instrument für Rhythmen, Klänge und Geräusche einsetzen. Da ist höchste Vitalität gefragt.

Gibt es feste Figuren, oder gibt es „feste“ Stimmen?

S.St.: Es gibt in unserem Stück keine durchgehende Handlung und damit auch keine feste Figurenkonstellation. Eher ist es so, dass zwischen den Figuren/Stimmen etwas stattfinden könnte, aber es findet nicht direkt statt. Wie soll man das benennen? In der Partitur und im Arbeitsprozess mit den Schauspielern verfolgen wir das Ziel, gegenwärtige Gedanken mit Erinnerungen zu vermischen, so dass ein neuer Assoziationsraum entsteht. Angesichts der Informationsflut, die auf jeden einzelnen einströmt, ist es kaum möglich, sich bewusst vor den Einflüssen und Einflüsterungen Dritter abzuschirmen. Sie finden zwangsläufig Eingang in die eigenen Gedanken, in die eigene Sprache. Die prägen nicht nur unsere Formulierungen, sondern auch uns. Die Aufteilung der Texte auf die einzelnen Stimmen haben wir zumeist vorgegeben, in einigen Passagen konnten die Schauspieler ihre Sätze auch selbst wählen. Insofern könnten sich im Verlauf der bisherigen Arbeit charakteristische Prägungen ergeben haben.

Verbinden Sie mit der Technisierung in Akustik und Optik und der Minimalisierung des theatralischen Ausdrucks Kritik an virtuellen Realitäten, oder sehen Sie der Kunst neue Möglichkeiten eröffnet?

R.H.: Sowohl- als auch. Das Stück hat in diesem Sinn keine eindeutige Botschaft, es lässt sich auch nicht eindeutig erklären. Die virtuellen Realitäten sind eigentlich sehr real, indem sie uns ständig umgeben und wir uns zu ihnen ins Verhältnis setzen müssen. Dies betrifft sowohl die Rezipienten als auch die Künstler, die ihr Material aus dem beziehen, was sie umgibt, es in ihrer spezifischen Weise verformen, in andere Zusammenhänge stellen und damit andere Sichten auf die Realität ermöglichen. Auch wir benutzen in unserem Stück die virtuellen Realitäten der Video-Ebene (Einspiel von vorproduziertem Material und mehrere Live-Kameras) als Sinnbilder, als Bühnenraum-Versatzstücke, als perspektivische Veränderungen des Live-Geschehens. Die Vorführung von Hi-Tec-Effekten interessiert uns weniger. Die Klanginstallation ist einerseits ein überdimensionales elektroakustisches Musikinstrument, andererseits bildet sie den Bühnenraum und steht als Sinnbild für innere Vibration, für einen spannungsvollen Zustand.
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