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ich schlafe was ich denke
Musiktheater mit Texten von Fernando Pessoa (1995/96)
für zwei Sängerinnen, eine Schauspielerin, zwei Schauspieler, einen Darsteller, Violine, Violoncello, Saxophone, präpariertes Klavier, Tonband und Live-Elektronik
(in Co-Autorenschaft mit Susanne Stelzenbach)

UA: 21.04.1996 Hebbel-Theater Berlin / ca. 80 min
Co-Produktion: Hebbel-Theater Berlin - Acarte Festival Lissabon
Daniel Minetti, Schauspiel & Sprache
Andreas Pirl, Schauspiel & Sprache
Wolfgang Krause Zwieback, Sinnspiel
Katia Guedes, Sopran
Márta Rózsa, Alt
Rosa Enskat, Gesang und Spiel

Matthias Leupold, Violine
Adelheid Schloemann, Violoncello
Gerald Gnausch, Saxophone
Susanne Stelzenbach, Klavier

Susanne Stelzenbach, musikalische Leitung
Frank Schleinstein, Inszenierung
Lothar Holler, Bühne und Kostüme
Ralf Hoyer, Klangregie
Zwieback, Ausstattung Zwieback
Andreas Fuchs, Lichtdesign
Matthias Kirschke, Tontechnik
Daniel Hammer, Regieassistenz
Ana Maria Nunes Pirl, dramaturgische Mitarbeit


Der Traum ist zentrales Thema dieses Stückes, eine Handlung als solche ist nicht auszumachen. Textgrundlage sind Fernando Pessoas 1913-15 entstandenes statisches Drama O MARINHEIRO und das Gedicht STUNDENZUG/PASSAGEM DAS HORAS (1916) von Alvaro de Campos, einem Heteronym des Dichters.

Der STUNDENZUG ist ein exzessiver Tagtraum, in dem Pessoa als Alvaro de Campos in einer fast atemlosen Lebensgier die Vervielfältigung seiner selbst betreibt, indem er sich in die unterschiedlichsten Personen, Situationen und Gegenstände hineinversetzt mit dem erklärten Ziel: ...alles auf jede Weise erfühlen, alles von allen Seiten erleben, das gleiche Ding auf alle erdenklichen Arten zur gleichen Zeit sein...

Als Gegenstück dazu erscheint O MARINHEIRO in Form eines Inserts innerhalb des STUNDENZUGES und zeigt eine ganz andere, geheimnisvoll verlangsamte Welt. Dann setzt sich der STUNDENZUG, das hereinbrechende Leben symbolisierend, fort: ...alle Dinge ziehen durch mich hindurch, alle Städte der Welt hallen in mir nach, die Küsse aller Begegnungen sammelten sich auf meinem Munde, die Tücher jedweden Abschieds winkten in meinem Herzen... Doch auch dieses Leben spielt sich eher als geträumte Möglichkeit denn als gelebte Wirklichkeit ab. Wenn im Verlauf des Stückes das Sopransolo (Gesang an die Nacht) vom Anfang wieder erscheint, will sich für einen Moment eine Entspannung im Taumel der Sinnesempfindungen zeigen, die aber schnell durch selbstironische Betrachtung wieder zerstört wird und die weitere Eskalation nicht aufhalten kann.

Mit wechselnden musikalischen Strukturen, Geräuschen und gezielten Verstimmungen im Klavier und den Streichinstrumenten versucht die Musik eine eigene, unabhängige Interpretation des Textes mit seinen Paradoxien und seinem Hin- und Hergerissensein zwischen Denken und Empfindung. Die gesprochenen Texte sind nicht nur in ihrer semantischen Bestimmtheit zu sehen, sondern sie bilden auch eine klangliche Komponente, insbesondere dann, wenn simultan oder stark verschnellt oder verlangsamt gesprochen wird. Auch der gelegentliche Einsatz der portugiesischen und der englischen Sprache ist unter diesem Aspekt zu hören.
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