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ort.rand. I - III
3 elektroakustische Miniaturen (2002)

für die DEGEM-CD 8 90 Sekunden Wirklichkeit / I – III je 90 Sekunden
erschienen 2005 bei CYBELERECORDS / Bestell-Nr. 960.208


Die Eisenhütte in Ortrand liegt tatsächlich am Rande des Ortes, und der Ort selbst am südlichen Rand Brandenburgs an der Grenze zu Sachsen, ca. 30 Km von Dresden entfernt. Der Betrieb wurde 2001 modernisiert, vor der Demontage der alten Anlagen wurde von diesen eine akustische Dokumentation erstellt. Auf diesen Originalaufnahmen basieren die drei jeweils exakt neunzig Sekunden langen elektroakustischen Miniaturen ort.rand.

ort.rand 1 – Das Grundgeräusch für dieses Stück – die Aufnahme eines speziellen Förderbandes, auf dem Gussteile erkalten – besitzt ein sehr interessantes Frequenzspektrum. Es resultiert vermutlich aus einer Kombination von Eigenresonanzen des Raumes und den Vibrationen des Förderbandes und anderer in dieser Halle laufenden Maschinen. Über einem sehr tiefen Grundton lassen sich deutlich der 1., 3., 6., 8. und 9. Oberton im Geräusch der Halle heraushören, der letztgenannte sogar ziemlich stark. Im Verlauf des Stückes werden diese Frequenzen mittels Resonanzfilter weiter verstärkt, so dass nach und nach der harmonische Akkord aufbaut, den sie entsprechend ihren Schwingungsverhältnissen zueinander ergeben. Den Schluss bildet der Grundton und seine obere Oktave.

ort.rand 2 – Dieses Stück verdichtet die Atmosphäre in einer Halle, in der den fertigen Gussteilen der Grat abgeschliffen wird. Die Schleifgeräusche ergeben manchmal Klangkombinationen, die entfernt an live-elektronische Effekte erinnern. Das aufgenommene Klangmaterial ist jedoch lediglich überlagert, ohne irgendwelche phasen- oder frequenzveränderende Manipulation.

ort.rand 3 – Die Maschine, die hier zu hören ist, besteht aus einem Rüttelrohr von ca. zwei Meter Durchmesser und zwölf Meter Länge, das die erkalteten Gussteile durchlaufen. Auf diese Weise wird der vom Gussvorgang noch anhaftende Sand entfernt. Das ergibt je nach Form, Größe und sonstiger Beschaffenheit der Teile klanglich sehr unterschiedliche rhythmische Strukturen bis hin zu reizvollen Synkopierungen, die man üblicherweise nur von Schlagzeugern zu hören bekommt. Durch verschiedene Überlagerungen und Filterungen des Urspungsmaterials ist nun so etwas wie ein kleines Schlagzeug-Stück entstanden. Es endet mit dem Geräusch eines Gebläses.

Originalaufnahmen: Eberhard Hinz
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