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05.05.2004 /  Leipzig und Potsdam
druck / modul 1 - ich bin europa

Terra incognita: Grenzerfahrung gediegen bis brachial

Grenzregionen? Das ist doch dort, wo die Wirtschaft schwächelt und so viele Leute NPD wählen - obwohl die nur neue Probleme schafft, statt alte zu lösen. Ja. Aber Grenzregionen sind auch Orte, für die die Herzen von Weltenbummlern, Extremsportlern und Künstlern schlagen. Neues entdecken. Grenzregionen betitelte der Leipziger Komponist Thomas Christian Heyde denn auch die von ihm programmierte erste Hälfte des Festivals für Zeitgenössische Musik, das bereits fünf Tage lang in die Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfZK) und ins Theaterhaus Lofft lädt.....

...Unmittelbar mit Grenzregionen beschäftigte sich die Uraufführung 'DRUCK / modul 1 - ich bin europa' von Susanne Stelzenbach und Ralf Hoyer Sonntag im Lofft. Die dadaistische Performance für zwei Stimmen, Saxofon und Elektronik tänzelte auf dem Grad zwischen Un- und Sinn. Die Akteure stießen Schwittereske Laut- und Buchstabenkaskaden aus, die mitunter zu Bedeutungsträgern wurden. Chaos, Chaos, Chaos zwischen Ost und West war da zu vernehmen und der Rat, dass man sich bloß nicht verwirren lassen solle von baltischen Landvermessern, die Europas Mitte in der Nähe von Riga verorten. Drei Männer standen einzeln auf Podesten, die Körper zur Hälfte von tönenden Gitternetzen bedeckt - isoliert, doch Cyborg-artig vernetzt, ein schönes Bild. Zum Erlebnis wurde der Abend vor allem durch die grandiosen Stimmakrobaten Jaap Blonk und Alex Nowitz.
Leipziger Volkszeitung vom Dienstag, 7. Dezember 2004


Intersonanzen in Potsdam

...Susanne Stelzenbach und Ralf Hoyer, die ebenfalls mit je einer instrumentalen Uraufführung vertreten waren, (stopp & go sowie und die See erstarrt in der Bewegung), beeindruckten besonders durch ihr Samstag-Nachtkonzert DRUCK modul 1: ich bin europa , das sie sowohl künstlerisch als auch live-elektronisch leiteten. Zusammen mit den so geist- wie variantenreich agierenden Stimmakrobaten Jaap Blonk und Alex Nowitz (einschließlich ihrer jeweiligen Körperlautsprecher) sowie des quasi zwischen diesen vermittelnden Saxophonisten Ulrich Krieger wurden Klang- und Ortsfindung, Klang- und Ortsbefindlichkeiten in vokalen und instrumentalen, gestischen und geräuschhaften Dimensionen aufgebrochen und neu zusammengefügt, so daß vielfältige Facetten einer (europaorientierten) Ich-Suche im Spannungsfeld von (globalen) Wir-Verunsicherungen erlebbar wurden...
(Günter Olias in POSITIONEN Nr.66 / Beiträge zu Neuen Musik Februar 2006)




...die musikalisch anspruchsvollste und überzeugensde Arbeit war im ersten Festivalteil zweifellos gestern Abend die performative Collage von Susanne Stelzenbach und Ralf Hoyer für zwei Stimmen, Saxophon, Sampler und Live-Elektronik im Theater LOFFT am Lindenauer Markt, ebenfalls eine Uraufführung. Unter dem Titel 'ich bin europa', entlehnt der 1914 entstandenen Triumph-Ode des portugiesischen Dichters Fernando Pessoa, entwarfen sie für die Dauer von 50 Minuten feingliedrige Texturen aus Stimm-, Sprach- und Saxophonklängen, Verkehrs-, Natur- und Materialgeräuschen. Musikalisch abstrakt, aber deutlich im Sinne eines realistisch kritischen Denkens wurden darin vielschichtige Facetten der Unbefriedetheit dieses neuen Europa artikuliert... Für eine musikalisch souveräne Uraufführung sorgten die faszinierenden Stimmperformer Jaap Blonk und Alex Nowitz sowie der Saxophonist Ulrich Krieger. Ein von Stelzenbach und Hoyer entwickeltes, an der Kleidung der Interpreten angebrachtes Lautsprechersystem weitete die Texturen durch live-elektronische Steuerung zum eigenwilligen Kommunikationsraum zwischen den Interpreten wie auch Zuhörern. Deutschlandfunk / Musikjournal 6. Dezember 2004
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